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By: Martin Burckhardt
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Summary

Dieser Podcast präsentiert Buchkapitel, die sich zu Audiostücke gewandelt haben, aber wird auch Gespräche mit anderen Autoren enthalten.

martinburckhardt.substack.comMartin Burckhardt
Art Literary History & Criticism Social Sciences
Episodes
  • Im Gespräch mit ... Eva Ladipo
    Apr 25 2026

    Wenn junge Männer in Scharen zu Protestparteien strömen, liegt der Reflex nahe, von Verführung zu sprechen, von bösen Einflüsterern und Filterblasen. Doch was, wenn der Befund schlichter ist – und unbequemer? Eva Ladipo hat in ihrem Buch-Essay »Not am Mann« eine Bestandsaufnahme gewagt, die im kulturellen Klima der Gegenwart fast schon als Provokation gilt: Sie schaut hin, wo andere lieber wegschauen. Anstatt in der Entrüstung der moralischen Ökonomie zu baden, nimmt sie die Verschiebungen der politischen Ökonomie in den Blick – und hält dabei fest, dass vor allem der Wandel der Industriegesellschaft das Bild des Mannes – als Ernäher der Familie – ins Wanken gebracht hat. Insofern ist ihr Essay weniger ein Manifest als eine Diagnose – über verschwundene Helden, umgedeutete Begriffe und die sonderbare Tatsache, dass der Begriff der „toxischen Männlichkeit”, der einst ein therapeutisches Konzept für traumatisierte Männer darstellte, im Gefolge von MeToo zum Kampfbegriff geworden ist. Oder wie Eva Ladipo schreibt: »Es ist ein lässiger, geradezu schicker Männerhass entstanden.« Und weil sich das juste milieu in der modischen Misandrie ergeht, nimmt es nicht wunder, dass der moderne Mann, wie der Vorsitzende der Grünen, nur mit einem Akt der Selbstgeißelung moralische Pluspunkte einheimsen kann.

    Eva Ladipo ist Journalistin und Autorin. Sie hat zwei Romane und ein Sachbuch veröffentlicht und publiziert regelmäßig in deutschen Zeitungen. Als Journalistin arbeitete sie als Redakteurin, Korrespondentin und Ressortleiterin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Financial Times Deutschland, Vanity Fair, Financial Times und Die Welt.

    Eva Ladipo hat veröffentlicht

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    53 mins
  • Im Gespräch mit ... Jörg Baberowski
    Apr 6 2026

    Dass der Populismus ein Gespenst sei, das die Demokratie heimgesucht habe, gehört zu den Glaubenssätzen unserer Zeit – als handle es sich um eine Krankheit, die man mit den richtigen Therapien kurieren könne. Doch was, wenn dieses Gespenst gar kein Eindringling ist, sondern ein Familienmitglied? Der Historiker Jörg Baberowski hat sich in die Abgründe des Begriffs begeben und dabei eine unbequeme Entdeckung gemacht: nämlich dass der Gegensatz von »denen da oben« und »uns hier unten« keine Verfallserscheinung, sondern geradezu ein Leitmotiv moderner Gesellschaften ist. Schon Heinrich Heine hat in seinem Wintermärchen die wunderbare Bemerkung gemacht, dass diejenigen, die das ideologische Eiapopeia vom Himmel singen, damit vor allem bestrebt sind, das Volk, den großen Lümmel ruhig zu stellen. Oder wie Baberowski schreibt: Der Populismus [ist] der immerwährende Schatten der Volkssouveränität. Und weil dies so ist, sind die Fronten keineswegs klar, sondern ist man, um so vertraut anmutende Begriffe wie Demokratie oder Repräsentation wirklich zu begreifen, zu einem Gang in die Geistesgeschichte genötigt. Genau dies ist der Gegenstand unseres Gesprächs: eine geistige Anatomie des Repräsentationsbegriffs und der Versuch, sich über seine zunehmende Dysfunktionalität Klarheit zu verschaffen.

    Jörg Baberowski ist ein deutscher Historiker und Gewaltforscher. Er ist seit 2002 Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Baberowski hat sich auf die Geschichte der Sowjetunion und des stalinistischen Terrors spezialisiert.

    Jörg Baberowski hat u.a. veröffentlicht

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    1 hr and 25 mins
  • Im Gespräch mit ... Bernd Raffelhüschen
    Jan 30 2026

    Wenn die letzten Dekaden eine Veränderung des Zeitgeistes mit sich gebracht haben, könnte man von einem regelrechten Siegeszug der moralischen Ökonomie sprechen. Und selbige zeichnet sich durch eine penetrante Demonstration der eignen Rechtschaffenheit aus, einen Gestus moralischer Überheblichkeit. Der Magier Harry Houdini hat das damit einhergehende Dilemma in eine wunderbare Formel übersetzt: Wenn der Wunsch der Vater des Gedankens ist, so ist er die Mutter der Sinnestäuschung. Dies vor Augen, ist es nicht bloß hilfreich, sondern höchst erhellend, sich mit einem Ökonomen zu unterhalten, der sich den Wirrungen des Zeitgeistes stets widersetzt hat – und stattdessen dem Werkzeugkasten der Ökonomie gefolgt ist. Dabei ist der Ausgangspunkt Bernd Raffelhüschens zutiefst in der Geschichte der sozialen Marktwirtschaft beheimatet, ergänzt um den Nachhaltigkeitsgedanken, der sich einer jugendlichen Öko-Begeisterung verdankte. In diesem Sinn ist es kein Zufall, dass unser Gespräch wie selbstverständlich auf eine Gestalt wie Hans von Carlowitz eingehe kannn, der im frühen 18. Jahrhundert ein Traktakt mit dem Titel Haußwirtschaftliche Nachricht und Naturgemäße Anweisung zur Wilden Baum-Zucht vorgelegt hat. Dass die Frage, wie eine nachhaltige Fiskalpolitik aussehen kann, heutzutage auf politisches Ressentiment stoßen kann, ja, nachgerade skandalträchtig anmutet, ist mithin eine Merkwürdigkeit ersten Ranges. Gleichwohl haben die Studien, die Bernd Raffelhüschen seit den 80er Jahren zu Fragen des Rentensystems, der Staatsverschuldung und der Migration vorgelegt hat, für beträchtliches Aufsehen gesorgt – und ihm das Attribut eines Marktradikalen eingebracht, was so gar nicht zu seiner nüchternen Argumentationsweise passen will.

    Bernd Raffelhüschen, der nach einer Ausbildung in den USA als Wirtschaftswissenschaftler in Norwegen und Freiburg gelehrt hat, ist einer der bekanntesten Finanzwissenschaftler Deutschlands.

    Bernd Raffelhüschen hat u.a. puibliziert:

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    1 hr and 7 mins
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